Ein Wegweiser

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Mi 29. Apr 2020
Nicole Ketteniß

In dieser besonderen Zeit hat das Corona-Virus unseren Alltag massiv verändert. Auch unser Vereinssport muss momentan pausieren.

 

Dabei sind Bewegung – möglichst an der frischen Luft – und der vereinsbasierte Sport- und Trainingsbetrieb gerade jetzt wichtig, um fit zu bleiben sowie das Immunsystem und die Psyche zu stärken. Viele kreative Ideen und Initiativen ermöglichen vor Ort einen neuen sozialen, gesellschaftlichen oder sportlichen Zusammenhalt. Sie gleichen fantasievoll und tatkräftig aus, was ‚social distancing‘ derzeit bewirkt, damit gerade die Schwächsten nicht gefährdet werden (z.B. durch Video- und Online-Training). Unsere Sportvereine beweisen dabei große Disziplin und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein.

 

Hoffnungsvoll stimmt, dass die Verantwortlichen in Politik und Sport sich für die schrittweise Wiederaufnahme des Sport- und Trainingsbetriebes in den Vereinen ausgesprochen haben unter Berücksichtigung der formalen Rahmenbedingungen.

 

Dazu zählen:

  • die Anordnungen der Landesregierung und die Allgemeinverfügungen der Kommunen
  • die gebotenen Abstands- und Hygienemaßnahmen
  • die Zulassung durch die Gesundheitsbehörden
  • die Zustimmung der Nutzung durch die jeweiligen Träger.



Gleichzeitig bedarf es entsprechender Signale aus den Vereinen, mit dieser Lockerung umzugehen und vor allem die Abstands- und Hygieneregeln sorgsam einzuhalten. Dies gilt für alle Sportlerinnen und Sportler, aber auch für die Verantwortungsträger/innen. Es gilt, die unzähligen positiven Effekte des Sports wieder möglich zu machen und angepasste Bewegungsangebote für alle Mitglieder des Vereins zu entwickeln. Dabei haben es sicherlich einige Sportangebote im Freizeit- und Breitensport leichter, andere Sportarten können auf die sportartspezifischen Übergangsregeln der Fachverbände zurückgreifen.

 

Alle Mitglieder und die unzähligen erfahrenen Verantwortungsträger in den bewährten Strukturen des organisierten Sports können mit ihrer Umsicht dazu beitragen, ein an die veränderten Rahmenbedingungen angepasstes Sportangebot dann wieder zu ermöglichen. Dabei gilt es, eine verantwortungsbewusste Balance zwischen Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung zu finden. Dazu können nun konkrete Ideen entwickelt werden, die die jeweils spezifischen Rahmenbedingungen des Vereinssportangebotes berücksichtigen.

 

Anregungen, um vor Ort aktiv werden zu können, bieten u.a. die 10 DOSB-Leitplanken, die sportartspezifischen Übergangsregelungen der Fachverbände, die Regeln zum Infektionsschutz der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) und eine gute Kommunikation untereinander.

 

 

 

Quellen:

 

www.dosb.de/medien-service/coronavirus

www.bzga.de

www.infektionsschutz.de/coronavirus

 

 

Die zehn Leitplanken des DOSB

 

 

Distanzregeln einhalten

Ein Abstand von mindestens 2 Metern zwischen den anwesenden Personen trägt dazu bei, die Übertragungswahrscheinlichkeit von Viren deutlich zu reduzieren. Auf Grund der Bewegung beim Sport und vermehrter Atemaktivität ist der Abstand großzügig zu bemessen. Die Steuerung des Zutritts zu den Sportanlagen sollte unter Vermeidung von Warteschlangen erfolgen.

 

Körperkontakte müssen unterbleiben

Sport und Bewegung sollten kontaktfrei durchgeführt werden. Auf Händeschütteln, Abklatschen, in den Arm nehmen und Jubeln oder Trauern in der Gruppe wird komplett verzichtet. Die Austragung von Zweikämpfen, z. B. in Spielsportarten, sollte unterbleiben. In Zweikampfsportarten kann nur Individualtraining stattfinden.

 

Mit Freiluftaktivitäten starten

Sport und Bewegung an der frischen Luft im öffentlichen Raum oder auf öffentlichen und privaten Freiluftsportanlagen erleichtern das Einhalten von Distanzregeln und reduzieren das Infektionsrisiko durch den permanenten Luftaustausch. Spiel- und Trainingsformen sollten, zunächst auch von traditionellen Hallensportarten, im Freien durchgeführt werden.

 

Hygieneregeln einhalten

Häufigeres Händewaschen, die regelmäßige Desinfektion von stark genutzten Bereichen und Flächen sowie der Einsatz von Handschuhen können das Infektionsrisiko reduzieren. Dabei sollten die Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen bei gemeinsam genutzten Sportgeräten besonders konsequent eingehalten werden. In einigen Sportarten kann der Einsatz von Mund-Nasen-Schutzmasken sinnvoll sein. (vgl. dazu die Hygieneempfehlungen der BzgA zum Infektionsschutz)

 

Vereinsheime und Umkleiden bleiben geschlossen

Die Nutzung von Umkleiden und Duschen in Sporthallen und Sportvereinen wird vorerst ausgesetzt. Die Gastronomiebereiche bleiben geschlossen, ebenso wie die Gesellschafts- und Gemeinschaftsräume.

Zur Vermeidung der Verkeimung von technischen Anlagen wie z.B. Wasserleitungen, Lüftungen usw. sollten diese in Rücksprache mit den Platzwarten und Hausmeistern regelmäßig gewartet werden.

 

Fahrgemeinschaften vorübergehend aussetzen

In der Übergangsphase sollte zur Einhaltung der Distanzregeln auf die Bildung von Fahrgemeinschaften zum Training und zu Wettkämpfen verzichtet werden. Ebenso ungeeignet ist der Einsatz von Minivans. Zudem ist auf touristische Sportreisen zu verzichten.

 

Veranstaltungen und Wettbewerbe unterlassen

Um die Distanzregeln einzuhalten, sollten derzeit keine sozialen Veranstaltungen des Vereins stattfinden. Dies gilt sowohl für Festivitäten als auch für Versammlungen. Die Bundesregierung hat es Vereinen kurzfristig gestattet, ihre Mitgliederversammlungen im Bedarfsfall auch digital durchzuführen. Zudem sind jegliche Zuschauerveranstaltungen in den Vereinen untersagt. Nicht gestattet sind zunächst auch sportliche Wettbewerbe.

 

Trainingsgruppen verkleinern

Durch die Bildung von kleineren Gruppen beim Training (bis zu fünf Personen), die im Optimalfall dann auch stets in der gleichen Zusammensetzung zusammenkommen, wird das Einhalten der Distanzregeln erleichtert und im Falle einer Ansteckungsgefahr ist nur eine kleinere Gruppe betroffen bzw. mit Quarantäne-Maßnahmen zu belegen.

Angehörige von Risikogruppen besonders schützen

Für Angehörige von Risikogruppen ist die Teilnahme am Sport ebenfalls von hoher Bedeutung. Umso wichtiger ist es, das Risiko für diesen Personenkreis bestmöglich zu minimieren. Individualtraining kann eine Option sein.

 

Risiken in allen Bereichen minimieren

Dieser Punkt ist insbesondere ein Appell an den gesunden Menschenverstand. Wenn man bei einer Maßnahme ein ungutes Gefühl hat, sich über die möglichen Risiken nicht im Klaren ist, sollte darauf verzichtet werden und alternativ eine risikofreie Aktivität gesucht werden.

 

 

In Anlehnung an die Version des DOSB vom 29. April 2020